18. September 2020, 08:06

Material Shell

Die Material Shell ist eine Erweiterung für den GNOME-Shell Desktop. Sie verbindet GNOME mit dem Tiling-Konzept. Fenster werden kachelartig nebeneinander (oder untereinander) angeordnet, Überlappungen sind nicht möglich.

Bessere Organisation der Fenster

Bei allen graphischen Desktops folgt dem Hochfahren das gleiche Ritual. Die gewünschten Anwendungen starten und die Fenster organisieren. Die Material Shell bietet hier ein neues Konzept. Der Desktop hat zwei Panel, im oberen finden sich die Tabs der Programme die im ausgewählten Workspace laufen. Ganz rechts oben ist der Layout Switcher, mit dem sich die Fenster in verschiedene Tiling-Anordungen setzen lassen. Welche Anordungen zur Wahl stehen lässt sich einstellen. Im linken Panel befindet sich ganz oben die Suche der GNOME-Shell und darunter finden sich die diversen Workspaces, in denen entsprechend der eigenen Vorlieben die Anwendungen gruppiert sind. Links unten findet sich schließlich die Notifikationen und der System-Tray. Natürlich kann der Wechsel zwischen Anwendungen und Workspaces mit Tastatureingaben gesteuert werden und nicht nur per Mausclick.

material shell

Der Clou ist aus meiner Sicht das sich die Material Shell „merkt“ wie einzelne Fenster gruppiert wurden. Nach einem Neustart schlägt der Desktop in den einzelnen Arbeitsbereichen die dort bislang genutzten Anwendungen zum Starten vor. Es ist also zwar erst mal mit einem gewissen Aufwand verbunden sich mit der Funktionsweise vertraut zu machen und sich eine effektive Bedienung des Konzeptes anzugewöhnen. Aber nach dieser Einstiegsphase entfällt eben das umständliche Ritual der Organisierung neu gestarteter Fenster.

material shell reboot

Erstes Fazit

Auf dem großen Bildschirm meines PC bin ich von der Material Shell sehr angetan. Die Steuerung mit der Tastatur klappt prima, ich habe mich recht schnell umgewöhnen können. Nur eine meiner regelmäßig genutzten Anwendungen, nämlich der FeedReader, will sich partout nicht in die Fenster pressen lassen. Bei einer Aufteilung des Workspaces in dem das Programm läuft, wird er schlicht zur Hälte abgeschnitten, also unbenutzbar. Aber das Tiling lässt sich mit dem Layout Switcher auch abschalten, so dass in diesem Fall das übliche manuelle Anpassen der Fenster möglich ist. Auf dem kleinen Bildschirm meines Laptops (12‘‘) hat das Tiling aber natürlich keinen Sinn. Zumal Fenster die Panels nicht überlappen können, jedenfall habe ich nicht herausgefunden, wie. Dort bleibe ich beim normalen GNOME und alle Fenster nutzen immer Vollbild.

© Jochen Tetzlaff 2020

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