24. Januar 2021, 15:11

Thinkpad X260 mit Arch Linux und Gnome

Seit kurzem bin ich zufriedener Besitzer eines gebraucht gekaufen Lenovo Thinkpad X260. Als Betriebssystem benutze ich Arch Linux mit Gnome, das System läuft auf dem in die Jahre gekommenen Notbook schnell und reibungslos. Im Folgenden ein Beispiel wie ihr zu einem guten und günstigen Notebook kommt…

Mein Anforderungsprofil

Das Notebook soll meinen Desktop-PC nicht ersetzen, aufwändige Arbeiten mache ich kaum damit. Ich nutze es hauptsächlich zum Surfen, Mailen und für das Schreiben von Beiträgen für den Blog. Allerdings sollen diese Dinge reibungslos laufen, auch mit vielen offenen Tabs etc. Weiter ist mir ein matter Bildschirm, eine gute Tastatur und Trackpad sowie eine robuste, wertige Verarbeitung wichtig (Scharniere, Gehäuse etc). Schließlich möchte ich ein möglichst kompaktes und leichtes Gerät. Und selbstverständlich soll Linux problemlos unterstützt werden.

Das Thinkpad X260

thinkpad

Entschieden habe ich mich für ein gebrauchtes Utrabook aus der Lenovo Thinkpad X-Serie. Thinkpads sind für ihre Verarbeitungsqualität bekannt, Tastatur und Trackpad sind hervorragend. Dazu sind die Geräte speziell bei Linuxusern sehr beliebt, die Unterstützung von Linux gilt insbesondere bei älteren Geräten als unproblematisch. Ausgestattet ist mein X260 mit einem I3-Prozessor, 8 Gig RAM, einer SSD mit 120 GB und einem matten 12,5'' Bildschirm. Abhängig von Händler und Zustand ist ein vergleichsweises Gerät ab rund 250 € erhältlich. Dazu muss natürlich mit Kosten für eine neue Batterie gerechnet werden, geeignete Akkus sind ab 30 € erhältlich.

Arch Linux

Die Distribution meiner Wahl ist Arch Linux, als Desktop kommt Gnome zum Einsatz. Ich schätze an Arch die Möglichkeit das System nach meinen Bedürfnissen aufzubauen, das Rolling Realease und die Tatsache stests die aktuellsten Pakete zu haben. Außerdem halte ich Pacman für einen hervorragenden Paketmanager und bin sehr angetan vom AUR-Reposity. Das System ist schlank und schnell, und ich mache schon seit längerer Zeit keine schlechten Erfahrungen, trotz der häufigen Updates. Wie erwartet war die Installation vollkommen problemlos, alle Hardware wurde anstandslos erkannt und konnte ohne weiteren Aufwand in Betrieb genommen werden.

gnome desktop

Da Arch Linux keinen grafischen Installer zur Verfügung stellt, wird die Distro oft als Angelegenheit für Experten und Bastler beschreiben. Ich halte die Installation mit etwas Zeitaufwand für machbar, das Arch-Wiki bietet sehr gute Beschreibungen des Prozesses. Alternativ gibt es durchaus grafische Installer, mit deren Hilfe Arch sehr einfach und schnell installiert werden kann. Die Wahl der Distro ist aber schlicht Geschmackssache, natürlch sollte auch jede andere populäre Distro problemlos ihren Dienst auf dem Thinkpad verrichten, ob nun Ubuntu, Mint, Manjaro, MX Linux etc.

Gnome auf dem kleinen Bildschirm

Mit dem Gnome-Desktop habe ich lange gefremdelt und stattdessen Xfce eingesetzt. Zwischenseitlich hat er mich aber durch seine Schlichtheit und die Fokusierung auf Produktivität restlos überzeugt. Nach der kurzen Phase des Vertrautmachens mit seinem erstmal etwas exotischem Bedienungskonzept kann tatsächlich effektiver gearbeitet werden. Aber auch dies ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Empfehlenswert ist die verschiedenen Möglichkeiten einmal in Ruhe mit virtuellen Maschinen auszuprobieren.

gnome desktop

Für Gnome stehen diverse Erweiterungen bereit, auf dem kleinen Bildschirm setzte ich zwei davon ein. Dash to dock sorgt für das Dock auf dem Startbildschirm. Hier können Favoriten drauf gepackt werden, das Dash stellt darüber hinaus alle Anwendungen dar die gestartet sind und außerdem eingebundene Devices. Transparenz und das Verhalten kann eingestellt werden, in meinem Fall wird das Dock nur dargestellt, wenn der Platz nicht durch Fenster belegt ist oder bei Mouse over. Die zweite Erweiterung ist die Hide top bar, mit deren Hilfe sich die Topleiste ausblenden lässt. In meinem Fall wird auch diese nur bei Mouse over eingeblendet. Mit diesen Einstellunen laufen alle Fenster immer im Vollbild und nutzen den kleinen Bildschirm komplett. Durch Drücken der Tastenkombination ALT und TAB ist der schnelle Fensterwechsel möglich.

gnome guake

Eine Ausnahme beim Fensterverhalten bildet bei meiner Installation das Terminal. Hier nutze ich Guake für Gnome, ein “Ausklappterminal”, welches jederzeit durch das Drücken der Taste F12 eingeblendet wird. Bei mir bleibt Guake immer im Vordergrund und ist transparent eingestellt. So kann ich Anleitungen lesen während ich gleichzeitig Eingaben im Terminal mache. Das ist in meinen Augen auf kleinen Bildschirmen eine sehr praktische Angelegenheit.

Preisgünstig und umweltschonend

Ich kann davon ausgesehen das das Thinkpad X260 mich nun viele Jahre begleitet, seine Kapazitäten werden bei Verwendung von Linux noch sehr lange ausreichen. Damit schone ich nicht nur meinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt, natürlich verursacht das Weiterverwenden bereits existierender Laptops wesentlich weniger Ressourcenverbrauch als die Anschaffung eines Neugerätes. Ich hoffe ich kann dem einen oder der anderen Inspiration für eine ähnliche Lösung geben, wenn die Frage nach einem neuen Laptop im Raum steht.

© Jochen Tetzlaff 2021

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