Podcast: Autonomes Rojava unter Druck - Lichtblick Russland

Podcast: Autonomes Rojava unter Druck - Lichtblick Russland

Das Radio RaBe aus Bern hat mit dem Politologen Thomas Schmidinger über die aktuellen Perspektiven Rojavas gesprochen.

Rojava, die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien steht massiv  unter Druck. Seit dem Teilabzug der US-Truppen und dem Einmarsch der  Türkei im Oktober 2019 befinden sich die Kurd*innen erneut mitten in den  Kriegswirren. Bedroht durch die Türkei, das syrische Regime und die  Dschihadisten versuchen sie nun durch Verhandlungen mit dem Regime von  Bashar al-Assad zumindest eine Teilautonomie zu bewahren. Hilfe zu erwarten ist weder von ihren ehemaligen Verbündeten, den USA  noch von der EU. Und doch gäbe es kleine Lichtblicke, sagt  Rojava-Experte Thomas Schmidinger,  Politikwissenschaftler an der Universität Wien und Generalsekretär der  österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie. Russland,  welches das Machtvakuum in der Region nach dem Teilabzug der US-Truppen  gefüllt habe und aktuell als Mediator fungiere, befürworte, wenn auch  keine politische, dann doch zumindest eine weitgehende kulturelle  Autonomie für die kurdischen Gebiete im Nordosten. Das Assad-Regime stelle sich zwar nach wie vor auf den Standpunkt,  die autonomen Gebiete im Nordosten wieder vollständig in den syrischen  Staat eingliedern zu wollen. Falls sich aber Russland weiterhin für die  Interessen der Kurd“*innen stark mache, sei es durchaus möglich, Assad  noch Konzessionen abzuringen, weil das syrische Regime politisch und  militärisch stark von Russland und dem Iran abhänge.
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