Carlos Reyes/Rodrigo Elgueta: Die Jahre von Allende

Carlos Reyes/Rodrigo Elgueta: 
Die Jahre von Allende

Die bei bahoe-books erschienene Graphic Novel "Die Jahre von Allende" behandelt Chiles demokratischen Sozialismus unter Allende aus Sicht eines US-Journalisten. Dabei gelingt es den Autoren hervorragend die Komplexität des Themas mit den Mitteln einer Graphic Novel darzustellen. Mir hat die Lektüre großen Spaß gemacht.  

1000 Tage gesellschaftlicher Aufbruch

Reyes und Elgueta erzählen die Geschichte der sozialistischen Regierung chronologisch. Der US-Journalist wird von der gesellschaftlichen Dynamik angesteckt und verliebt sich in einer Aktivistin der linksradikalen MIR. Gleichzeitig nutzen die Autoren zahlreiche Zitate, beispielsweise aus der internationalen Presse. So entsteht ein fesselndes Panorama und ein interessanter Einblick in die zahlreichen Widersprüche sowie die zunehmende Brutalität der Angriffe durch die "Opposition".  Zusätzliche Information bietet der Anhang, dem auch zahlreiche Quellen zur Vertiefung zu entnehmen sind.

Der Putsch ist noch nicht überwunden

Bekanntlich wurde der Versuch, Chile mittlels demokratischer Wahlen friedlich in den Sozialismus zu trasformieren, durch einen Putsch beendet. Das äußerst brutale Regime Pinochets wurde gleichzeitig zum Laboratorium neoliberaler "Ökonomen". Nach 17 Jahren Militärdiktatur wurde das Regime wieder in eine formal bürgerliche Demokratie transformiert. Allerdings unter der Bedingung, dass die ökonomischen Prämissen des Neoliberalismus unantastbar bleiben und in der Verfassung festgeschrieben sind. Genau gegen diese Verfassung findet in Chile seit Monaten eine breite Rebellion statt. Und natürlich reagiert die bürgerliche Regierung mit brutaler Repression. An der Geschichte Chiles lässt sich hervorragend nachvollziehen was von der Propaganda neoliberaler Ideologen zu halten ist...

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