Tiburce Oger: Ghost Kid

Ghost Kid erzählt von einem alten Cowboy der erfährt, dass er eine Tochter hat von der er seit über 20 Jahren nichts weiß. Da sie vermisst wird macht sich der Vater auf die Suche. Diese führt ihn auf eine Reise quer durch die Staaten nach Mexiko.

Dem gealterten Ambrosius Morgan fällt diese Reise sehr schwer, er spürt sein Alter, die Alkoholsucht und die Frustration über die modernen Zeiten, die unübersehbar überall ihre Wirkung entfalten. Für Coyboys alten Schlages, wie er einer ist, gibt es kaum noch Arbeit. Statt dessen wird das Land mehr und mehr durch die Eisenbahn erschlossen und eingezäunt. Diese desillusionierte Sicht auf den einst Wilden Westen ist typisch für den Postwestern, statt Helden gibt es nur Gescheiterte und Kriminelle.

tiburce oger ghost kid cover

Dazu entfaltet die Geschichte auch eine fantastische Ebene. Morgan vergiftet sich in der Wüste durch das Trinken unabgekochten Wassers und erkrankt schwer. Seine Rettung ist ein Indianerjunge der ihn schlussendlich durch die Wüste führt. Es bleibt unklar ob es sich bei dem Jungen um eine Halluzination handelt oder ob er real ist.

Bereits mit Buffalo Runner hat Oger einen hervorragenden #Western vorgelegt. Seine detaillierten, etwas düsteren Zeichnungen sind genau nach meinem Geschmack. Sehr ausdrucksstark sind die seitenfüllenden Panels, etwa einer Kleinstadt abseits der Bahnlinien in der nur noch verelendete Coyboys vegetieren. Ghost Kid ist #Comic-Genuss pur!