Ken Krimstein: Die drei Leben der Hannah Arendt

Können komplexe Biografien wichtiger Intellektueller in einem #Comic dargestellt werden? Ja, sehr wohl. Dies beweist Krimstein in „Die drei Leben der Hannah Arendt”. Er vermittelt unterhaltsam und spannend einen ersten Eindruck vom Leben und Schaffen der streitbaren Denkerin.

Dabei nutzt Krimstein in seinem Band über Arendt die künstlerische Freiheit des Mediums Comic konsequent aus. Etwa wenn Arendt der verstorbene Benjamin als Wasserfleck an der Decke erscheint, um ihr Antworten auf die Fragen zu geben, über die sie gerade intensiv nachdenkt. Der Qualm ihrer vielen Zigaretten sprengt die Penels, alles löst sich auf, dies unterstreicht die Umbrüche in ihrem Leben visuell.

krimstein drei leben arend cover

Warum war Hannah Arendt so verdammt cool?

Ich habe mich mit Arendt nie eingehender beschäftigt, kannte nur ein paar bekannte Stichworte wie “Banalität des Bösen” oder “Totalitarismus”. Daher funktioniert der Comic tatsächlich als eine erste Einführung in Leben und Werk Arendts. Neu war für mich beispielsweise ihre enge Verbindung mit Benjamin, überhaupt gelingt es Krimstein sehr gut das intellektuelle Netzwerk darzustellen dessen Teil sie war, und in dem mit Exil und Shoa starke Umbrüche und Verwerfungen stattfinden. Und gleichzeitig ist der Comic schlicht vergnüglich und ein ästhetischer Genuss. Besser gehts wohl kaum.