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    <title>geschichte &amp;mdash; Jochen Tetzlaff</title>
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    <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 23:55:48 +0000</pubDate>
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      <title>Contrapaso – Die Kinder der Anderen</title>
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      <description>&lt;![CDATA[«Contrapaso – Die Kinder der Anderen» von Teresa Valero ist ein sehr faszinierender Comic, dessen Handlung im faschistischen Spanien der 50er Jahre angesiedelt ist. Zwei Journalisten trotzen der Zensur und recherchieren abartige Verbrechen, die das Regime vertuschen will.&#xA;!--more--&#xA;teresa valero contrapaso&#xA;&#xA;Teresa Valero überzeugt nicht nur durch ihre wunderschönen und sehr atmosphärischen Zeichnungen. Sie hat auch sehr ausführlich über die spanischen 50er Jahre recherchiert. Bigotterie, Repression und Grausamkeit prägen die Nachkriegszeit. Zwar ist die konkrete Geschichte der beiden Journalisten fiktiv, nicht aber das Ambiente in dessen Rahmen die Verbrechen geschehen. Zwangsadoption, Menschenversuche in der Psychiatrie und eine schier unglaubliche patriarchale Unterdrückung der Frauen und Homosexueller sind die Normalität der Nachkriegszeit. Originaldokumente aus zeitgenössischen Frauenzeitschriften und andere eingestreute Dokumente lassen erschauern. Doch wie sich in Valeros Nachwort erfahren lässt, beschränkt sich ihre Recherche nicht auf den großen Rahmen. Selbst die Madrider Bars, in denen die Protagonisten sich aufhalten, hat sie von zeitgenössischen Fotos abgezeichnet. &#xA;&#xA;Spannend  inszeniert sind auch die Charaktere der beiden recherchierenden Lokaljournalisten. Der alte Sanz, Ex-Falangist und Zyniker, bekommt den jungen, draufgängerischen Lenoir zur Seite gestellt. Den beiden Männern gelingt es nach anfänglichen Schwierigkeiten eine gemeinsame Arbeitsbasis zu entwickeln, dieser Prozess ist durch die Autorin glaubhaft dargestellt.&#xA;&#xA;Der Splitter-Verlag verlegt «Contrapaso – Die Kinder der Anderen» in gewohnt schöner und hochwertiger Ausstattung. Dieser Band ist in meiner persönlichen Liste der besten Comic des Jahres 2021 mit Sicherheit unter den oberen Plätzen angesiedelt.&#xA;&#xA;#comic #krimi #geschichte]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>«Contrapaso – Die Kinder der Anderen» von Teresa Valero ist ein sehr faszinierender Comic, dessen Handlung im faschistischen Spanien der 50er Jahre angesiedelt ist. Zwei Journalisten trotzen der Zensur und recherchieren abartige Verbrechen, die das Regime vertuschen will.</strong>

<img src="https://i.snap.as/TASWX9wr.jpg" alt="teresa valero contrapaso"/></p>

<p>Teresa Valero überzeugt nicht nur durch ihre wunderschönen und sehr atmosphärischen Zeichnungen. Sie hat auch sehr ausführlich über die spanischen 50er Jahre recherchiert. Bigotterie, Repression und Grausamkeit prägen die Nachkriegszeit. Zwar ist die konkrete Geschichte der beiden Journalisten fiktiv, nicht aber das Ambiente in dessen Rahmen die Verbrechen geschehen. Zwangsadoption, Menschenversuche in der Psychiatrie und eine schier unglaubliche patriarchale Unterdrückung der Frauen und Homosexueller sind die Normalität der Nachkriegszeit. Originaldokumente aus zeitgenössischen Frauenzeitschriften und andere eingestreute Dokumente lassen erschauern. Doch wie sich in Valeros Nachwort erfahren lässt, beschränkt sich ihre Recherche nicht auf den großen Rahmen. Selbst die Madrider Bars, in denen die Protagonisten sich aufhalten, hat sie von zeitgenössischen Fotos abgezeichnet.</p>

<p>Spannend  inszeniert sind auch die Charaktere der beiden recherchierenden Lokaljournalisten. Der alte Sanz, Ex-Falangist und Zyniker, bekommt den jungen, draufgängerischen Lenoir zur Seite gestellt. Den beiden Männern gelingt es nach anfänglichen Schwierigkeiten eine gemeinsame Arbeitsbasis zu entwickeln, dieser Prozess ist durch die Autorin glaubhaft dargestellt.</p>

<p>Der Splitter-Verlag verlegt <a href="https://www.splitter-verlag.de/contrapaso.html" rel="nofollow">«Contrapaso – Die Kinder der Anderen»</a> in gewohnt schöner und hochwertiger Ausstattung. Dieser Band ist in meiner persönlichen Liste der besten Comic des Jahres 2021 mit Sicherheit unter den oberen Plätzen angesiedelt.</p>

<p><a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:comic" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">comic</span></a> <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:krimi" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krimi</span></a> <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">geschichte</span></a></p>
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      <guid>https://jochen-tetzlaff.online/contrapaso-die-kinder-der-anderen</guid>
      <pubDate>Sun, 28 Nov 2021 10:39:06 +0000</pubDate>
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      <title>Javi Rey, Bertrand Galic, Kris: Ein Match für Algerien</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Bei Bahoe ist ein weiterer Band des Duos Galic/Kris erschienen. Erneut wird ein historisches Thema bearbeitet, diesmal der Algerienkrieg. Erzählt wird die Geschichte der FLN-Fußballmannschaft, die sich wesentlich aus Profis der französischen Liga zusammensetzte.&#xA;!--more--&#xA;Wie schon bei Nacht über Brest geht es auch bei Ein Match für Algerien um eine spezielle Episode in einem größerem historischem Zusammenhang. Ziel der Gründung des algerischen Nationalteam ist es, dem algerischem Befreiungskampf mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Dies gelingt auf der ganzen Linie. Algerischstämmige Prodifußballer fliehen koordiniert aus Frankreich und treffen sich schließlich in Tunis, wo der FLN sein Hauptquartier unterhält. &#xA;&#xA;match algerien comic &#xA;&#xA;Dann geht es über Jahre auf Reisen, die Mannschaft bestreitet zahlreiche Partien für das um Unabhängigkeit kämpfende Algerien. Reibungslos geht es dabei nicht zu, für die Profis ist die Entscheidung, sich aus politischen Gründen der FLN-Mannschaft anzuschließen mit großen Risiken verbunden. Sie geben hoffnungsvolle Karrieren auf und nur der Sieg der Unabhängigkeitsbewegung eröffnet eine Perspektive der Rückkehr in den offiziellen Profifußball. &#xA;&#xA;Die Geschichte ist spannend und faszinierend, der Verlag ergänzt den Comic mit einem Dossier über den Fußball im algerischen Befreiungskrieg. Eine Empfehlung - nicht nur für Fußballfans!&#xA;&#xA;#comic #kris #geschichte]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bei Bahoe ist ein weiterer Band des Duos Galic/Kris erschienen. Erneut wird ein historisches Thema bearbeitet, diesmal der Algerienkrieg. Erzählt wird die Geschichte der FLN-Fußballmannschaft, die sich wesentlich aus Profis der französischen Liga zusammensetzte.</strong>

Wie schon bei <a href="https://jochen-tetzlaff.online/bertrand-galic-kris-damien-cuvillier-nacht-uber-brest" rel="nofollow">Nacht über Brest</a> geht es auch bei <a href="http://www.bahoebooks.net/start_de.php?action=201&amp;id=147" rel="nofollow">Ein Match für Algerien</a> um eine spezielle Episode in einem größerem historischem Zusammenhang. Ziel der Gründung des algerischen Nationalteam ist es, dem algerischem Befreiungskampf mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Dies gelingt auf der ganzen Linie. Algerischstämmige Prodifußballer fliehen koordiniert aus Frankreich und treffen sich schließlich in Tunis, wo der FLN sein Hauptquartier unterhält.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/AsTVXi2Y.jpg" alt="match algerien comic"/></p>

<p>Dann geht es über Jahre auf Reisen, die Mannschaft bestreitet zahlreiche Partien für das um Unabhängigkeit kämpfende Algerien. Reibungslos geht es dabei nicht zu, für die Profis ist die Entscheidung, sich aus politischen Gründen der FLN-Mannschaft anzuschließen mit großen Risiken verbunden. Sie geben hoffnungsvolle Karrieren auf und nur der Sieg der Unabhängigkeitsbewegung eröffnet eine Perspektive der Rückkehr in den offiziellen Profifußball.</p>

<p>Die Geschichte ist spannend und faszinierend, der Verlag ergänzt den Comic mit einem Dossier über den Fußball im algerischen Befreiungskrieg. Eine Empfehlung – nicht nur für Fußballfans!</p>

<p><a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:comic" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">comic</span></a> <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:kris" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">kris</span></a> <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">geschichte</span></a></p>
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      <guid>https://jochen-tetzlaff.online/javi-rey-bertrand-galic-kris-ein-match-fur-algerien</guid>
      <pubDate>Mon, 07 Jun 2021 15:40:09 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Jannis Milios: Eine zufällige Begegnung in Venedig</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Wie ist der #Kapitalismus entstanden? Wann und wo? Und warum? Dieser Frage widmet sich Jannis Milios in seinem Buch &#34;Eine zufällige Begegnung in Venedig. Die Entstehung des Kapitalismus als Gesellschaftssystem.&#34; Schon im Titel wird klar, wie Milios die Frage beantwortet. In #Venedig des 14. Jahrhunderts sei der Kapitalismus entstanden, und zwar durch das zufällige Aufeinandertreffen doppelt freier Arbeiter (frei von Kapital und &#34;frei&#34; ihre Arbeitskraft zu verkaufen) mit Geldbesitzern.&#xA;!--more--&#xA;Die im Dietz-Verlag erschienene Studie ist sehr gut lesbar, die zentralen Thesen bringt der Autor kompakt auf den Punkt. Daher ist die Lektüre auch historisch interessierten Nicht-Akademikern, wie ich einer bin, zu empfehlen. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit Theorie, im zweiten Teil werden die theoretischen Prämissen schließlich auf den Stadtstaat Venedig angewandt. &#xA;&#xA;milios venedig kapitalismus&#xA;&#xA;Was ist Kapitalismus?&#xA;Wer untersuchen will wie der Kapitalismus entstanden ist muss natürlich zunächst einmal klären was unter Kapitalismus genauer zu verstehen ist. Zentral für Milios ist hier Lenin, der sich im Streit mit den Narodniki mit Frühformen des Kapitalismus und der Lohnarbeit beschäftigt, sowie die theoretischen Arbeiten Karl Kautskys zur Agrarfrage und Kapitalismus. Dazu weist der Autor diverse Formen marxistischen Geschichtsdeterminismus zurück und macht sich die aleatorische (zufällige) Begegnung (Althusser/Balibar) zu eigen.  &#xA;Das wars dann auch schon mit positiven theoretischen Bezügen, der Rest der Forschung zur Genese des kapitalistischen Systems kanzelt Milios mal mehr mal weniger harsch ab.&#xA;Handel, Politik, Krieg, Manufakturwesen und Finanzwesen in Venedig&#xA;Leider fällt der zweite Teil des Buches, der sich konkret mit der Entwicklung Venedigs beschäftigt, für meinen Geschmack etwas kurz aus. Das ist schade, werden hier doch sehr interessante Entwicklungen behandelt und so mancher hartnäckige Mythos, wie der vom genialen Unternehmertum, anschaulich widerlegt. Andererseits lädt der Anmerkungsapparat und die Quellenliste zur Vertiefung ein, Milios kann hier als Einstieg genutzt werden, an weiterführender Literatur über den faszinierenden Stadtstaat herrscht wahrlich kein Mangel. &#xA;Interessant und ärgerlich zugleich&#xA;Wie bereits lobend erwähnt ist das Buch gut lesbar und eröffnete mir zahlreiche neue Erkenntnisse, gerade auch im theoretischen Teil. Die Agrarfrage und der Kapitalismus ist nicht nur unter historischen Gesichtspunkten eine wichtige Frage, sondern berührt mit Sicherheit auch unsere Gegenwart. Möglicherweise sollten wir Lenins Polemik gegen die Narodniki wieder aufmerksam lesen, wenn wir uns mit Thesen befassen, die in gemeinschaftlichen, agrarischen Projekten den Keim einer Überwindung des Kapitalismus finden wollen. Und selbstverständlich bleibt richtig, dass wer seine Gegenwart verstehen will seine Geschichte kennen muss. Zu dieser Kenntnis trägt Milios bei.  &#xA;Allerdings sollte das Buch mit einem kritischen Blick gelesen werden, mir scheint der Autor macht es sich immer wieder reichlich leicht. So ist das kurze Kapitel zur Weltsystemtheorie irgendwo zwischen ärgerlich und lächerlich anzusiedeln. Auffällig auch, dass bei Milios sämtliche Historiker sehr schlecht weg kommen. Nach Lenin und Kautzky scheinen sich nur noch Idioten mit der #Geschichte befasst zu haben. Diese Überheblichkeit nervt beim Lesen und ist sicherlich unangemessen. &#xA;&#xA;buch]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie ist der <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:Kapitalismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Kapitalismus</span></a> entstanden? Wann und wo? Und warum? Dieser Frage widmet sich Jannis Milios in seinem Buch “Eine zufällige Begegnung in Venedig. Die Entstehung des Kapitalismus als Gesellschaftssystem.” Schon im Titel wird klar, wie Milios die Frage beantwortet. In <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:Venedig" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Venedig</span></a> des 14. Jahrhunderts sei der Kapitalismus entstanden, und zwar durch das zufällige Aufeinandertreffen doppelt freier Arbeiter (frei von Kapital und “frei” ihre Arbeitskraft zu verkaufen) mit Geldbesitzern.</strong>

Die im <a href="https://dietzberlin.de/produkt/eine-zufaellige-begegnung-in-venedig/" rel="nofollow">Dietz-Verlag</a> erschienene Studie ist sehr gut lesbar, die zentralen Thesen bringt der Autor kompakt auf den Punkt. Daher ist die Lektüre auch historisch interessierten Nicht-Akademikern, wie ich einer bin, zu empfehlen. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit Theorie, im zweiten Teil werden die theoretischen Prämissen schließlich auf den Stadtstaat Venedig angewandt.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/d6CNwRsr.jpg" alt="milios venedig kapitalismus"/></p>

<h2 id="was-ist-kapitalismus" id="was-ist-kapitalismus">Was ist Kapitalismus?</h2>

<p>Wer untersuchen will wie der Kapitalismus entstanden ist muss natürlich zunächst einmal klären was unter Kapitalismus genauer zu verstehen ist. Zentral für Milios ist hier Lenin, der sich im Streit mit den Narodniki mit Frühformen des Kapitalismus und der Lohnarbeit beschäftigt, sowie die theoretischen Arbeiten Karl Kautskys zur Agrarfrage und Kapitalismus. Dazu weist der Autor diverse Formen marxistischen Geschichtsdeterminismus zurück und macht sich die aleatorische (zufällige) Begegnung (Althusser/Balibar) zu eigen.<br/>
Das wars dann auch schon mit positiven theoretischen Bezügen, der Rest der Forschung zur Genese des kapitalistischen Systems kanzelt Milios mal mehr mal weniger harsch ab.</p>

<h2 id="handel-politik-krieg-manufakturwesen-und-finanzwesen-in-venedig" id="handel-politik-krieg-manufakturwesen-und-finanzwesen-in-venedig">Handel, Politik, Krieg, Manufakturwesen und Finanzwesen in Venedig</h2>

<p>Leider fällt der zweite Teil des Buches, der sich konkret mit der Entwicklung Venedigs beschäftigt, für meinen Geschmack etwas kurz aus. Das ist schade, werden hier doch sehr interessante Entwicklungen behandelt und so mancher hartnäckige Mythos, wie der vom genialen Unternehmertum, anschaulich widerlegt. Andererseits lädt der Anmerkungsapparat und die Quellenliste zur Vertiefung ein, Milios kann hier als Einstieg genutzt werden, an weiterführender Literatur über den faszinierenden Stadtstaat herrscht wahrlich kein Mangel.</p>

<h2 id="interessant-und-ärgerlich-zugleich" id="interessant-und-ärgerlich-zugleich">Interessant und ärgerlich zugleich</h2>

<p>Wie bereits lobend erwähnt ist das Buch gut lesbar und eröffnete mir zahlreiche neue Erkenntnisse, gerade auch im theoretischen Teil. Die Agrarfrage und der Kapitalismus ist nicht nur unter historischen Gesichtspunkten eine wichtige Frage, sondern berührt mit Sicherheit auch unsere Gegenwart. Möglicherweise sollten wir Lenins Polemik gegen die Narodniki wieder aufmerksam lesen, wenn wir uns mit Thesen befassen, die in gemeinschaftlichen, agrarischen Projekten den Keim einer Überwindung des Kapitalismus finden wollen. Und selbstverständlich bleibt richtig, dass wer seine Gegenwart verstehen will seine Geschichte kennen muss. Zu dieser Kenntnis trägt Milios bei.<br/>
Allerdings sollte das Buch mit einem kritischen Blick gelesen werden, mir scheint der Autor macht es sich immer wieder reichlich leicht. So ist das kurze Kapitel zur Weltsystemtheorie irgendwo zwischen ärgerlich und lächerlich anzusiedeln. Auffällig auch, dass bei Milios sämtliche Historiker sehr schlecht weg kommen. Nach Lenin und Kautzky scheinen sich nur noch Idioten mit der <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:Geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Geschichte</span></a> befasst zu haben. Diese Überheblichkeit nervt beim Lesen und ist sicherlich unangemessen.</p>

<p><a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:buch" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">buch</span></a></p>
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      <pubDate>Wed, 14 Apr 2021 06:19:09 +0000</pubDate>
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      <title>Bertrand Galic, Kris, Damien Cuvillier: Nacht über Brest</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Im September 1937 landet ein beschädigtes, spanisches U-Boot in der französischen Hafenstadt Brest. Damit wird die französische Volksfrontregierung in den spanischen Bürgerkrieg hineingezogen. Staatliche Institutionen sind aber beim Kampf gegen faschistische Übernahmeversuche nicht hilfreich, da die Volksfrontregierung um Neutralität bemüht ist. Aber die Faschisten haben die Rechnung ohne die Brester Hafenarbeiter gemacht.&#xA;!--more--&#xA;Mit &#34;Nacht über Brest&#34; verlegt der Wiener Bahoe-Verlag erneut einen sehr lesenswerten Comic. Es handelt sich um eine Adaption des Buches &#34;Nuit franquiste sur Brest&#34; des Historikers Patrick Gourlay, das 2013 erschienen ist und die #Geschichte um das spanische U-Boot vor dem Vergessen rettet. &#xA;&#xA;nacht ueber brest cover&#xA;&#xA;Die spannende Agentengeschichte wurde von Damien Cuvillier sehr stimmungsvoll und detailverliebt in Szene gesetzt. Der Band ist spannend und faszinierend, sowohl wegen dem historischen Hintergrund, aber auch wegen der hochwertigen Umsetzungen des Comickünstlers. Sehr lesenswert auch das Dossier von Patrick Gourlay, in dem er die historischen Ereignisse nochmal zusammenfasst und Originaldokumente dokumentiert. Rundherum gelungen und mit Sicherheit ein Tipp für Liebhaber*innen anspruchsvoller Comics.&#xA;&#xA;#comic #kris #geschichte]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im September 1937 landet ein beschädigtes, spanisches U-Boot in der französischen Hafenstadt Brest. Damit wird die französische Volksfrontregierung in den spanischen Bürgerkrieg hineingezogen. Staatliche Institutionen sind aber beim Kampf gegen faschistische Übernahmeversuche nicht hilfreich, da die Volksfrontregierung um Neutralität bemüht ist. Aber die Faschisten haben die Rechnung ohne die Brester Hafenarbeiter gemacht.</strong>

Mit <a href="http://www.bahoebooks.net/start_de.php?action=201&amp;id=134" rel="nofollow">“Nacht über Brest”</a> verlegt der Wiener Bahoe-Verlag erneut einen sehr lesenswerten Comic. Es handelt sich um eine Adaption des Buches “Nuit franquiste sur Brest” des Historikers <a href="http://www.utl-morlaix.org/2017/10/01/lattaque-franquiste-du-sous-marin-c-a-brest/S" rel="nofollow">Patrick Gourlay</a>, das 2013 erschienen ist und die <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:Geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Geschichte</span></a> um das spanische U-Boot vor dem Vergessen rettet.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/McsrrP8P.jpg" alt="nacht ueber brest cover"/></p>

<p>Die spannende Agentengeschichte wurde von Damien Cuvillier sehr stimmungsvoll und detailverliebt in Szene gesetzt. Der Band ist spannend und faszinierend, sowohl wegen dem historischen Hintergrund, aber auch wegen der hochwertigen Umsetzungen des Comickünstlers. Sehr lesenswert auch das Dossier von Patrick Gourlay, in dem er die historischen Ereignisse nochmal zusammenfasst und Originaldokumente dokumentiert. Rundherum gelungen und mit Sicherheit ein Tipp für Liebhaber*innen anspruchsvoller Comics.</p>

<p><a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:comic" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">comic</span></a> <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:kris" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">kris</span></a> <a href="https://jochen-tetzlaff.online/tag:geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">geschichte</span></a></p>
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      <guid>https://jochen-tetzlaff.online/bertrand-galic-kris-damien-cuvillier-nacht-uber-brest</guid>
      <pubDate>Sun, 14 Mar 2021 15:59:18 +0000</pubDate>
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